Das Logistikunternehmen Eurogate wollte am Mittwoch in Bremen eigentlich nur seine Jahresbilanz vorstellen. Am Ende drehte sich alles nur um die Pannen beim neuen JadeWeserPort in Wilhelmshaven. Dass der seinen Betrieb pünktlich aufnehmen wird, glaubt man bei der zukünftigen Betreiberfirma mittlerweile nicht mehr.
Die weltgrößten Containerfrachter nehmen Kurs auf Deutschlands einzigen Tiefwasserhafen: bislang eine Vision und angesichts der immer größer werdenden Probleme beim Bau der Kaje könnte es auch noch einige Zeit so bleiben. 152 Risse sind mittlerweile in der Spundwand entdeckt worden. Hafenbetreiber Eurogate soll den Probebetrieb Anfang Mai nur auf 400 Metern Kaje aufnehmen können, statt auf den vollen 1000 Metern. Das funktioniert aus Sicht des Logistikunternehmens nicht.
Wenn der Eröffnungstermin nicht eingehalten wird, droht dem Milliardenprojekt und damit auch Niedersachsen und Bremen ein gigantischer Imageverlust. Die ersten Reedereien haben Wilhelmshaven bereits in die Routen ihrer Superfrachter aufgenommen. Sie müssten auf andere Häfen umgeleitet werden.