Am Donnerstag war in Emden der erste Schultag nach den Osterferien in Niedersachsen. Drei Wochen sind nach dem Tod der 11-jährigen Lena vergangen. In der Klasse 4 B der Emsschule bleibt also ein Platz für immer leer. Es ist ein schwerer Tag für Lenas Mitschüler. Die Kinder und auch die Lehrer werden jetzt psychologisch betreut.
Das Ordnungsamt und die Feuerwehr sperrten die Straßen rings um die Schule ab. Journalisten und Kamerateams sollten nicht zu dicht an die Kinder und die Eltern herankommen, aus Rücksichtnahme. An der Ems-Schule wurde am Donnerstag getrauert. Zuerst trafen sich die Grundschüler in ihren Klassen, dann alle zusammen in der Turnhalle. Sie sangen zusammen, sprachen über den Verlust und sie hielten sich an den Händen. Nur ein Fotograf der Stadt durfte Bilder machen. Pastor Manfred Meyer, der auch Lena beerdigt hat, war die ganze Zeit dabei.
Es ist eine schwere Zeit, auch für die Politik, wenn auch aus anderen Gründen. Der Innenausschuss des Landtags beschäftigte sich am Mittag mit den Polizeipannen im Mordfall Lena. David H., der den Missbrauch und die Ermordung der 11-jährigen Lena gestanden hat, hatte sich Monate vorher wegen sexueller Straftaten selbst angezeigt, doch die Polizei ließ den 18-Jährigen gehen. Gegen vier Polizisten sind Disziplinarverfahren eingeleitet worden. Seitdem sind vier weitere Verfahren dazugekommen.
Am Freitag will sich die ganze Stadt noch einmal zur einer Solidaritätsfeier vor dem Rathaus versammeln.