Prozess in Osnabrück: Tochter verbrennt Vater in Osterfeuer und kassiert Rente

Thema am 04.05.2012
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In Osnabrück ist am Freitag ein sehr bizarrer Prozess zu Ende gegangen. Eine Frau hat die Leiche ihres Vaters im Osterfeuer "entsorgt", um weiter Rente zu kassieren. Nun das Urteil: Bewährungsstrafe und Bußgeld.

Nicht die moralische, sondern die juristische Schuld kann das Gericht bewerten. Dies stellte der vorsitzende Richter zu Beginn der Urteilsbegründung klar. Melanie B. bekommt 1 Jahr und drei Monate auf Bewährung wegen gefährlicher Körperverletzung, gewerbsmäßigem Betrugs und Urkundenfälschung, sowie ein Bußgeld von 800 Euro wegen des Verstoßes gegen das niedersächsische Bestattungsgesetz. Auch die Kosten des Verfahrens muss sie übernehmen.

Im Jahr 2008 holte Melanie B. ihren schwer alkoholkranken Vater Udo Couvoisier zu sich nach Menslage. Vorher war er bereits aus mehreren Pflegeeinrichtungen herausgeschmissen worden. Um die Pflege kümmerte sich seine überforderte Tochter also alleine. Udo Couvoisier war aufgrund des Alkoholmissbrauchs schwer herzkrank, verwahrloste zunehmend und starb im Juli 2009. Seine Tochter fand ihn, vergrub ihn erst nach Monaten in der Scheune und kassierte weiter seine Rente. Weil inzwischen die Polizei nach ihrem Vater suchte, brachte die 41-Jährige mit Hilfe ihres erst jetzt eingeweihten Ehemannes den ausgegrabenen Leichnam 2010 zum Osterfeuer, wo er verbrannte.

Der inzwischen von ihr getrennte Henrik B. wurde lediglich zu einer Geldbuße von 500 Euro verurteilt, weil er geholfen hat, seinen toten Schwiegervater mit dem Radlader vom Stall zum Osterfeuer zu bringen.

Alle Beteiligten können nun innerhalb einer Woche Revision einlegen.

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